Abwesenheitstelepathie bezeichnet in der Parapsychologie die Übertragung oder Wahrnehmung von Informationen zwischen Personen, die räumlich getrennt sind und sich nicht in direktem Kontakt befinden. Entscheidend ist dabei nicht die Distanz selbst, sondern die Annahme, dass Anwesenheit keine Voraussetzung für mentale Verbindung ist.
Symbolisch steht Abwesenheitstelepathie für das Paradox der wirksamen Leere. Gerade die physische Abwesenheit schafft einen Raum, in dem sich innere Bilder, Gefühle oder Gedanken des Anderen unvermittelt melden können. Nähe wird hier nicht durch Körper oder Sprache hergestellt, sondern durch Resonanz.
Parapsychologisch wird Abwesenheitstelepathie häufig in spontanen Situationen beschrieben: plötzliche Gedanken an eine Person, die zeitgleich Kontakt aufnimmt; das Wissen um einen emotionalen Zustand ohne äußeren Hinweis; geteilte Bilder oder Stimmungen über große Entfernung hinweg. Der Informationsgehalt ist dabei meist affektiv oder bildhaft, selten präzise oder sprachlich.
In symbolischer Tiefe steht Abwesenheitstelepathie für die Annahme, dass Bewusstsein nicht strikt lokal gebunden ist. Beziehung wirkt weiter, auch wenn Wahrnehmung keinen sinnlichen Anker hat. Abwesenheit erscheint hier nicht als Trennung, sondern als offene Strecke, über die Bedeutung wandern kann.