Windham Thomas Wyndham-Quin, oft als Lord Windham von Adare bezeichnet, ist in der Geschichte der Parapsychologie eine Gestalt des aristokratischen Grenzinteresses. Er steht für jene Phase, in der außergewöhnliche mentale Phänomene nicht dem Rand, sondern den gebildeten Eliten angehörten und ernsthaft untersucht wurden.
Symbolisch repräsentiert Adare Lord Windham den Typus des ordnenden Beobachters. Er sucht nicht Sensation, sondern Systematik. Parapsychologische Phänomene erscheinen bei ihm nicht als Wunder, sondern als unvollständig verstandene Naturerscheinungen, die einer methodischen Annäherung bedürfen. Skepsis und Offenheit stehen in Spannung, nicht im Widerspruch.
Parapsychologisch ist sein Name mit frühen Untersuchungen zu Telepathie, Trancezuständen und Bewusstseinsanomalien verbunden, häufig im Umfeld der frühen psychischen Forschung des 19. Jahrhunderts. Dabei lag der Schwerpunkt weniger auf spektakulären Einzelfällen als auf der Frage, unter welchen Bedingungen solche Phänomene auftreten. Bedeutung entsteht hier aus Struktur, nicht aus Ausnahme.
In symbolischer Tiefe steht Adare Lord Windham für den Versuch, das Ungewöhnliche zu zivilisieren: es in Sprache, Protokoll und Begriff zu überführen, ohne es zu entzaubern. Er verkörpert die Hoffnung, dass das Parapsychologische nicht außerhalb der Ordnung steht, sondern eine Erweiterung des Erklärbaren sein könnte.