Waldemar von Wasielewski war ein deutscher Schriftsteller, Naturwissenschaftler und Okkultismusforscher, der sich insbesondere mit Telepathie, Hellsehen und ungewöhnlichen seelischen Fähigkeiten beschäftigte. Ursprünglich aus naturwissenschaftlichen Studien kommend, versuchte er, außergewöhnliche psychische Phänomene nicht rein mystisch zu behandeln, sondern mit experimentellen Methoden zu untersuchen. Sein Hauptwerk Telepathie und Hellsehen widmete sich Versuchen und Beobachtungen zu angeblichen außersinnlichen Wahrnehmungen.
Symbolisch steht Wasielewski für das Prinzip der Vermittlung zwischen Beobachtung und Geheimnis. Er verkörperte nicht den Typus des ritualmagischen Adepten, sondern den Forscher, der an den Grenzen des Messbaren arbeitet. Seine zentrale Frage war nicht: Gibt es das Übernatürliche?, sondern eher: Wie weit reicht das menschliche Bewusstsein?
Parapsychologisch-symbolisch lässt sich Wasielewski als Kartograph unsichtbarer Beziehungen verstehen. Besonders Telepathie interessierte ihn nicht als bloße Übertragung fertiger Gedanken, sondern als mögliches Zeichen dafür, dass Menschen auf tieferen Ebenen miteinander verbunden sein könnten. Seine Experimente – häufig gemeinsam mit seiner späteren Ehefrau Maria von Bloedau – zielten auf die Frage, ob sich psychische Prozesse über gewöhnliche Sinneskanäle hinaus fortsetzen können. Der Parapsychologe Rudolf Tischner war teilweise an diesen Untersuchungen beteiligt.
In tieferer symbolischer Bedeutung steht Waldemar von Wasielewski für den Typus des wissenschaftlichen Grenzgängers. Er bewegt sich zwischen Rationalität und Offenheit, zwischen Messung und Staunen. Sein Werk erinnert daran, dass die Grenze zwischen dem Bekannten und dem Unbekannten keine feste Mauer sein muss, sondern eher eine bewegliche Schwelle des Denkens. Nicht das Wunder selbst war für ihn entscheidend, sondern die Möglichkeit, dass menschliche Wahrnehmung größer sein könnte als ihre gewohnten Formen.