Ganesha ist einer der beliebtesten und am weitesten verehrten Götter des Hinduismus. Er wird als Sohn von Shiva und Parvati angesehen und ist leicht an seinem Elefantenkopf und seinem menschlichen Körper zu erkennen. Seine wichtigsten Beinamen sind Ganapati („Herr der Scharen“) und Vighneshvara („Herr der Hindernisse“).
Nach einer berühmten Legende erschuf Parvati Ganesha aus ihrem eigenen Wesen, um den Eingang zu ihrem Gemach zu bewachen. Als Shiva ihn nicht erkannte und am Zutritt gehindert wurde, schlug er ihm im Zorn den Kopf ab. Um den Fehler wiedergutzumachen, wurde der Kopf eines Elefanten auf den Körper gesetzt und Ganesha zu einem der höchsten Götter erhoben.
Symbolisch steht Ganesha für das Prinzip der Überwindung von Hindernissen. Deshalb wird er traditionell zu Beginn neuer Unternehmungen, Reisen, Studien oder Rituale angerufen. Er gilt als derjenige, der Wege öffnet, Blockaden beseitigt und günstige Entwicklungen ermöglicht.
Seine Gestalt ist reich an Symbolik:
Parapsychologisch-symbolisch verkörpert Ganesha den Archetyp des Torwächters. Er steht an Übergängen und Schwellen. Bevor ein neuer Lebensabschnitt beginnt, muss der Suchende Hindernisse erkennen und überwinden. Ganesha symbolisiert jene innere Intelligenz, die Ordnung in das scheinbare Chaos bringt und den richtigen Zeitpunkt für Entwicklung erkennt.
In tieferer symbolischer Bedeutung verkörpert Ganesha den Archetyp des weisen Wegbereiters. Sein Elefantenkopf verbindet Kraft mit Sanftmut, Größe mit Intelligenz. Er erinnert daran, dass Hindernisse nicht immer Feinde sind. Oft weisen sie auf Lernaufgaben oder notwendige Reifungsprozesse hin. Ganesha beseitigt nicht jede Schwierigkeit, sondern hilft dabei, den richtigen Umgang mit ihr zu finden. Dadurch wird er zum Symbol jener Weisheit, die aus Widerständen Wachstum entstehen lässt und aus Begrenzungen neue Möglichkeiten hervorbringt.