Zazen (jap. „Sitzmeditation“) bezeichnet die zentrale Meditationspraxis des japanischen Zen-Buddhismus. Äußerlich besteht Zazen in stillem Sitzen, geregelter Haltung und konzentrierter Aufmerksamkeit auf Atem, Körper oder reines Gewahrsein. Doch symbolisch ist Zazen weit mehr als eine Technik: Es ist die Praxis des absichtslosen Gegenwärtigseins.
Symbolisch steht Zazen für das Prinzip der unbewegten Wachheit. Anders als ekstatische oder visionäre Wege sucht Zazen keine außergewöhnlichen Erfahrungen, keine Bilder und keine metaphysischen Zustände. Gerade durch das Unterlassen entsteht eine andere Form der Wahrnehmung. Der Geist wird nicht gefüllt, sondern entleert von unnötiger Bewegung.
Parapsychologisch-symbolisch lässt sich Zazen als Praxis der Reduktion mentaler Projektion verstehen. Gewöhnlich erzeugt das Bewusstsein fortlaufend Bilder, Bewertungen und narrative Selbstbestätigung. Im Zazen verlieren diese Prozesse allmählich ihre Dominanz. Gedanken verschwinden nicht, aber sie werden nicht mehr verfolgt. Dadurch entsteht ein Zustand erhöhter Klarheit, in dem Wahrnehmung weniger von inneren Reaktionsmustern verzerrt wird.
In tieferer symbolischer Bedeutung steht Zazen für die Einsicht, dass Erkenntnis nicht immer durch Hinzufügen geschieht. Wahrheit erscheint hier nicht als Vision oder Offenbarung, sondern als das, was übrig bleibt, wenn das Bewusstsein aufhört, sich permanent selbst zu erzeugen. Zazen ist deshalb keine Flucht aus der Welt, sondern eine radikale Rückkehr zum unmittelbaren So-Sein der Erfahrung. Die größte Veränderung besteht darin, nichts erzwingen zu müssen.